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Erstes vorgeladenes Transplantationssystem ausgeliefert

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Dr. rer. nat. Silke Wahl, Leiterin der Qualitätssicherung, bereitet im Reinraumlabor zwei DMEK-RAPID-Kartuschen im Transportgefäß für den Versand vor.

Sulzbach/Saar, 17.01.2022. Nach der Europaweiten Zulassung des neuartigen vorgeladenen Hornhaut-Transplantationssystems DMEK RAPID preloaded hat die Knappschafts-Gewebebank Sulzbach nun die weltweit ersten Einheiten an Augenzentren in Deutschland ausgeliefert.

Damit ist jetzt zum ersten Mal in der Geschichte der Transplantationsmedizin ein gebrauchsfertig vorgeladenes menschliches Gewebe in Verkehr gebracht worden, eine einzigartige Verbindung von Spendergewebe und Medizinprodukt. Dieses am KHERI-Forschungsinstitut der Augenklinik Sulzbach in Kooperation mit der Geuder AG und der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) entwickelte und patentierte Transplantationssystem macht die DMEK*-Operationen deutlich einfacher, schneller und sicherer.

Herstellung von validierten Preloaded DMEK Lamellen in der Knappschafts-Gewebebank Sulzbach klein

Herstellung von validierten
Preloaded-DMEK-Lamellen in der
Knappschafts-Gewebebank
Sulzbach

Mit der patentierten Sulzbacher Entwicklung erhalten externe Operateure erstmals im Reinraum vorpräparierte und gebrauchsfertig in einem Injektor vorgeladene DMEK-Lamellen zur direkten Implantation. Dies trägt entscheidend zur Sicherheit der Operation bei, da die transplantierte Gewebelamelle extrem sensibel auf mechanischen Stress reagiert, welcher durch die gebrauchsfertig vorgeladene Kartusche vermieden wird. DMEK RAPID preloaded erlaubt die berührungslose Implantation des wertvollen Spendergewebes.

Implantationsvorgang

Implantationsvorgang

* Das DMEK-Verfahren (Deszemetmembran-endotheliale Keratoplastik) ist eine minimal-invasive Teiltransplantation, bei der die hauchdünne innerste Hornhautschicht im Patientenauge durch Spendergewebe ersetzt wird.


Rekordjahr 2021

Die Knappschafts-Gewebebank Sulzbach ist derzeit die einzige Hornhautbank, die diese hochwertigen vorpräparierten und im DMEK-RAPID-System vorgeladenen DMEK-Lamellen mit Genehmigung des Paul-Ehlich-Instituts (PEI) herstellt und deutschlandweit versendet. Dabei baut die Technologie auf bereits bewährten Sulzbacher Innovationen auf. Chefarzt Prof. Dr. Peter Szurman: „Wir verwenden das DMEK-RAPID-System bereits seit drei Jahren für unsere eigenen Patienten.“

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Prof. Dr. Peter Szurman

Durch die Sulzbacher Innovationen zur DMEK ist die Nachfrage von Patienten und Zuweisern enorm gestiegen. 2021 wurde erstmal die Marke von 500 Transplantationen pro Jahr erreicht. Damit ist die Augenklinik Sulzbach eines der größten Hornhauttransplantationszentren in Deutschland.

Erfolgsgeschichte DMEK

Die DMEK revolutioniert derzeit die Hornhautchirurgie. Grund ist der besonders schonende Ansatz, bei dem die Wiederherstellung der Sehkraft wesentlich schneller und besser, die postoperative Nachsorge einfacher und die Abstoßungsrate geringer sind. Peter Szurman: „Entscheidend für den Erfolg der DMEK war die konsequente Weiterentwicklung der Operationstechnik. Dazu gehörten verschiedene Entwicklungen am KHERI-Forschungsinstitut der Augenklinik Sulzbach wie die Einführung des ersten berührungsfreien Implantationssystems, der Sulzbacher DMEK-Kartusche, die Entwicklung der `Liquid Bubble`-Technik zur besonders schonenden und sicheren Präparation der Spenderlamelle sowie der Aufbau der Knappschafts-Gewebebank, die auf die Herstellung von hochwertigen lamellären Transplantaten unter modernen Reinraum-Bedingungen spezialisiert ist.“

DMEK RAPID im Transportgesfaaeß

DMEK RAPID im
Transportgefäß


Zuteilung über DGFG


Die Nachfrage nach der DMEK-RAPID® ist derzeit hoch. Sie kann über die Vermittlungsstelle der DGFG bestellt werden. Interessierte Operateure können sich beim Sulzbacher DMEK-Intensivkurs für den Bezug der DMEK RAPID preloaded schulen und zertifizieren lassen. Die Lamellen kommen in einer Injektorkartusche vorgeladen und direkt gebrauchsfertig beim Operateur an. Dies erlaubt die direkte Implantation von validierten Transplantaten aus einem geschlossenen System heraus, ohne weitere Manipulation.
Peter Szurman: „Die an der Augenklinik Sulzbach durchgeführte Zulassungsstudie konnte eine hohe Sicherheit nachweisen. Derzeit wird die DMEK RAPID Europaweit ausgerollt.“


Hintergrund: Die Augenklinik Sulzbach in Zahlen

Die Augenklinik Sulzbach am Knappschaftsklinikum Saar hat sich mit jährlich 24.000 Operationen in sieben neuen, hochmodernen Operationssälen zu einer der größten Augenkliniken in Deutschland entwickelt und ist weit über die Landesgrenzen hinaus anerkannt. Jedes Jahr behandeln 37 spezialisierte Ärzte und ein engagiertes Pflegeteam 50.000 ambulante und 6.200 stationäre Patienten. Unter den ärztlichen Mitarbeitern finden sich zahlreiche renommierte Experten, die in 16 Ambulanzen und Spezialsprechstunden tätig sind.

In den vergangenen Jahren hat sich die Klinik auf innovative und minimal-invasive Behandlungsmethoden spezialisiert, die deutlich schonender sind als die alten, großen Augen-Operationen: Dazu zählen die Operation des Grauen Stars mit Laser, die Behandlung des Grünen Stars mit Mikrokatheter und Stents, endoskopische Verfahren in der Netzhautchirurgie, die schonende Teiltransplantation der Hornhaut, neue Therapien von Makulaerkrankungen und die Behandlung in der modernen Augenlaserklinik. Seit 2015 gilt die Klinik offiziell als größtes Zentrum für Netzhaut-/Glaskörperoperationen (2.200 Vitrektomien, Quelle: Weiße Liste, Bertelsmann-Stiftung) in Deutschland. Das Makulazentrum Saar gehört mit derzeit über 11.000 Behandlungen im Jahr zu den größten nationalen Behandlungszentren für AMD. Darüber hinaus ist die Augenklinik offizielles Landes-Netzhautzentrum und Landes-Hornhauttransplantationszentrum des Saarlands.

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DMEK RAPID im Reinraum beim Beladen

Oben: Prof. Szurman mit Injektionskartusche
Unten: DMEK RAPID im Reinraum
beim Beladen

Mit dem 2018 gegründeten KHERI Forschungsinstitut unterhält die Augenklinik Sulzbach mehrere experimentelle Forschergruppen im eigenen Reinraum-Labor, eine spezialisierte Gewebebank, ein klinisches Studienzentrum, sowie internationale Forschungskooperationen. Wissenschaftliche Schwerpunkte sind die Stammzelltherapie, Tissue Engineering, Mikrochip-basierte Sehprothesen und neue Techniken in der Transplantationschirurgie, insbesondere für Hornhaut, Netzhaut und Makulaerkrankungen. Viele Forschungsprojekte werden von EU, BMBF und BMI öffentlich gefördert und wurden in bisher 300 Publikationen und Buchbeiträgen sowie zahlreichen Patenten und Auszeichnungen gewürdigt.

Peter Böhnel
Peter Böhnel
Leiter Unternehmenskommunikation

T Püttlingen: 06898 55-3203
T Sulzbach: 06897 574-3408
Mobil: 01573 6421692
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