Allgemein- und Viszeralchirurgie Püttlingen

Allgemein- Viszeral- und Tumorchirurgie Püttlingen

Krankhaftes Schwitzen (Hyperhidrose)

hyperhidrose-1Das Schwitzen ist eine ganz natürliche Körperfunktion und ist für die Kühlung der Körpertemperatur notwendig. Die Schweißabgabe wird durch einen Teil des vegetativen Nervensystems, das sympathische Nervensystem geregelt. Bei ca. 1 % der Bevölkerung arbeitet dieses sympathische Nervensystem auf einem zu hohen Level, höher als nötig, um die Körpertemperatur konstant zu halten. Diese „Laune der Natur“ führt zu dem Krankheitsbild der Hyperhidrose.

Betroffene neigen dazu, dass sich das Schwitzen ausbruchartig verstärkt. Auslöser sind neben einer erhöhten Umgebungstemperatur Nervosität, Stress und geringfügige körperliche Anstrengung.

Grundsätzlich kann jeder Bereich des Körpers betroffen sein. Am häufigsten und für den Patienten am gravierendsten betroffen sind Hand (Hyperhidrosis manum) und Achselhöhle (Hyperhidrosis axillaris), außerdem Kopf und Hals (Hyperhidrosis facialis) oder auch Rumpf und Füße (Hyperhidrosis peduum).

  • Primäre Hyperhidrose:
    Die Entstehung dieser Form ist weitestgehend unbekannt. Nachdem andere Auslöser eines vermehrten Schwitzens (siehe unten) ausgeschlossen sind, handelt es sich um eine Ausschlussdiagnose bei gesunden Patienten. Das Schwitzen tritt bei den Betroffenen plötzlich auf, wobei geringe Auslöser wie Nervosität und Stress zu anfallsartigem Schwitzen führen.
  • Sekundäre Hyperhidrose:
    Hierbei ist die vermehrte Schweißproduktion Folge einer anderen Erkrankung.
  • Endokrine Hyperhidrose bei Schilddrüsenüberfunktion, Phäochromozytom oder anderen seltenen Hormonstörungen
  • Neurologische Hyperhidrose bei Schädigung des sympatischen Grenzstranges oder bei Rückenmarkserkrankungen
    Psychisch bedingte Hyperhidrose
  • Medikamentös bedingte Hyperhidrose bei Medikamentennebenwirkungen (Hormonmedikation, Cortikoide, Salicylsäure)


    Bei einer sekundären Hyperhidrose erfolgt die Behandlung der Grundkrankheit, z. B. die Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion. Bei der primären Hyperhidrose werden konservative und chirurgisch operative Verfahren unterschieden.

hyperhidrose-2Konservative Therapie:

  • Antitranspiranzien
  • Iontophorese
  • Neurotoxin: Injektion unter die Haut, z. B. der Achsel, soll die Nervenleitung blockieren
Chirurgische Therapie:

  • Lokale Schweißdrüsenexcision in der Achsel (über ein oder mehrere Zugänge werden die Schweißdrüsen herausgeschnitten).
  • Subcutane Schweißdrüsenkürettage in der Achsel:
  • Ähnlich wie bei der Fettabsaugung werden über kleine Zugänge in der Achselhöhle Unterhautfettgewebe abgesaugt und hierbei die zu den Schweißdrüsen ziehenden Nerven durchtrennt.
  • Minimal-invasive Sympatektomie in sogenannter „Schlüssellochtechnik“ (ETS):
    Mit Hilfe eines Endoskops wird der entscheidende vegetative Nervenstrang in der Brusthöhle (Thoraskopie) aufgesucht und gezielt durchtrennt. Dieser Eingriff wird auch als endoskopische transthorakale Sympatektomie (ETS) oder Sympaticusblockade bezeichnet. Prof. Reck hat dieses Verfahren bereits mehrere hundert Male erfolgreich durchgeführt, die Komplikationsgefahr ist gering. Nach einem ca. zwei- bis dreitägigem Aufenthalt können die Patienten die Klinik wieder verlassen. Nach dem Eingriff wird die übermäßige Schweißproduktion schlagartig aufgehoben. Bereits beim Aufwachen aus der Vollnarkose merken die Patienten die spürbar trockenen Hände. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen. Diese Art der Operation eignet sich insbesondere für die obere Extremität. Für andere Lokalisationen wie die Achselhöhlen kommen alternativ die Neurotoxin-Injektionen bzw. die Schweißdrüsenabsaugung in Lokalanästhesie in Betracht.



Prof. Dr. Thomas Reck
Prof. Dr. Thomas Reck

Sekretariat:
Andrea Peter
Tel.: 06898 / 55-2251
Fax: 06898 / 55-2291
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